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Ein weißer Plastikstuhl (sic!), ein plastikblau gerahmter Spiegel, ein Brett als grob gezimmerte Türe. Mein Mutter-Theresa-Sarong dient als dünne hygienische Schicht zwischen Haut und Bett. Man sieht den Fluss, schwarze, haushohe Granitkugeln, Palmen und eine Bananenplantage. Nachts ist es ein wenig kühler als 35 Grad, das geht gerade. Der Ventilator dreht seine Runden.
Eingebettet in einen natürlichen Schutzwall aus gewaltig aufgetürmten Granitfindlingen und einem mäandernden Fluß dehnen sich auch heute noch sattgrüne Bananenplantagen, Reisfelder und Zuckerrohrwälder bis an den Horizont aus. Eine paradiesische Oase in der eintönigen und trockenen Ebene.
"... was ich sah, schien so groß wie Rom und wohlgestalt; Palmenhaine und Parks und Gärten mit Früchten, gefasste Kanäle mit klarem Wasser und Teiche" In seinen Beschreibungen quellen die Märkte über von Waren, in den Straßen so viele Wasserbüffel, daß man kaum vorankam. Reis, Zucker, Kokosnuß, Farbstoffe, Gewürze und feine Baumwollstoffe gingen nach Persien, Afrika und China. Kaufleute aus anderen Ländern waren willkommene Gäste am Hofe der Könige. Ihre Abbilder sieht man in langen Reihen an Reliefen des Vitthala-Tempels: Portugiesische Händler, chinesische Reisende und persische Gesandte mit ihren Pferden, Kamelen und Karawanen umziehen in langen Schlangen den gut turnhallengrossen Tempel. Das sich auftürmende Dach wird von Dutzenden schmaler Säulen gehalten.
Ich stolpere ein wenig hilflos den Hauptwegen durch den Tempel entlang. War noch nie in einem Tempel. Ein halbblinder Mann bläst im Minutenabstand auf einer langrohrigen, einmal um sich gewundenen Trompete die immergleichen Grundtöne. Nicht schön aber laut. Er bietet mir das Instrument an. Nachdem seine Speichelfäden an das verbeulte Mundstück zurückschnalzen, widerstehe ich dem ersten Impuls und lehne dankend ab. lesen Sie auch: passage nach indien 7 |
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