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Das Auge des Hobby-Ethnologen beginnt zu wandern. Was alles anders ist. Alles ist anders. Nichts hat einen festen Preis, man handelt von früh bis spät (macht schnell und bald grosse Freude), Sauberkeit ist relativ und Briten meistens bekifft. Oder besoffen. Meist beides. Alles fest in Charterhand hier. Tätowierte Bierbäuche, Lederhaut, Melanome im Endstadium. Beschliesse mein Ränzlein zu schnüren und in den Norden Goas zu ziehen, in der Hoffnung auf ein wenig mehr, vielmehr weniger.
Werde von einer nägelkauenden Engländerin aus Nottingham Forrest aufgegabelt. Lucy ist auf der ersten Station einer Weltreise und spricht Englisch wie ein Kölner Deutsch. Sehr originell aber schwierig zu verstehen. Daheim in England ist sie sowas wie eine Oberkellnerin und hochprofessionell. Sagt sie. Schwierig vorzustellen bei abgekauten Fingernägeln und beängstigendem Haschischkonsum.
Lucy kann mir eine Menge beibringen. Wie man mit Händlern umgeht, die einen ständig und überall ansprechen. Oder wie Taxifahrer in den Wahnsinn treibt. Kaum zu glauben, wie flexibel Preise sind, wenn man erst zu schrauben beginnt. Von Lucy lerne ich auch, daß die Japanesen im Ausland nichts zu lachen haben. Immer und überall werden sie übers Ohr gehauen. Ohne mit der Wimper zu zucken bezahlen sie meist das Doppelte des Nennpreises. Und niemand hilft. Meist sind sie ganz putzig, nett rausgeputzt, mit possierlichen Schuhen, und glitzerigen T-Shirts und allen Attributen ihrer Welt. Und ein unsichtbares Tatoo auf der Stirn "rip me off". Konsequenterweise liegt der japanische Preis 300% über dem Standard-Touristenmaximum. Alle wissen das, nur in der japanischen Ausgabe des LONELY PLANET scheint es nicht zu stehen.
Wo die Japaner tagsüber sind, bleibt ein Rätsel. Beim Sonnenuntergang sind sie alle wieder da. Wirklich 1a, der Sonnenuntergang. Wie vom Designer. Capri ist nichts dagegen: man sitzt mit einem dreiviertel Liter KINGFISHER Bier auf dem Kliff, den Rücken an einer Palme, Meer und noch viel mehr Palmen zwischen Kliff, Beach und Meer, rote Glühkugel, blubb im Meer versunken. Die Luft ist von gut hundert Joints dermaßen zähflüssig, daß tiefes Einatmen für andauernde Bewusstseinsstörungen völlig ausreicht. lesen Sie auch: passage nach indien 3 |
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