|
|
|
|
|
|
|
||||
|
|||||
|
Ooty heisst ja eigentlich Udhagamandalam. Das konnten schon die Briten nicht aussprechen, geschweige denn sich merken. Da die Regierungsangestellten den drückenden Sommer in Madras nicht ertragen wollten, wurde zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts aus dem Unaussprechlichen das einfacher zu telegrafierende Ooty.
Das verschlafene Hill Resort wurde zum Regierungssommersitz und anglisiert: ein verzauberter botanischer Garten, gußeiserne Pracht und blinde Scheiben, ein Offiziersclub im verstaubten Dornröschenschlaf und halbverfallene, an die Hänge geduckte Cottages. Nach Sussex fühlt man sich versetzt, mit einer Prise Australien wegen der duftenden Eukalypthusbäume. Sogar einen Hunting Club gibt es, der seit Sonia Gandhi, der italienischstämmigen Vorsitzenden der Kongreßpartei, allerdings nicht mehr schießen darf. Ein Jagdverein ohne Schießgewehre.
Beim geführten Tagestreck durch Berge begegnen einem dennoch Jäger. Anstelle von Büchsen führen sie Hunde an Ketten. Beagles müssen es gewesen sein, zumindest eine verwandte Rasse, mit übergroßem, braun-weiß geschecktem Kurzhaarfell, schlappenden Ohren und triefenden Lefzen. Auf Fotos im Raja-Palast waren die Urgroßväter ebendieser Hunde beim Halali zu sehen.
lesen Sie auch: passage nach indien 19 |
|