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erleuchtung | von kirsten rick
 
       
  aral  
     
 

Daß "jetzt mal fünf Monate lang die EXPO durchzunehmen" sei, war das Letzte, was ich an dieser Stelle hinterlassen hatte. Wurde nix draus. Ich gönne der "ersten Weltausstellung auf deutschen Boden" noch exakt acht Worte und zwei Satzzeichen:

We Fought The Law And - The Law Won.

* * *

Statt dessen wollen wir uns in eines der letzten Abenteuer stürzen, die Gottes Erdenboden noch für mutige Männer und Frauen bereithält. Der Mond ist erobert, das Genom entschlüsselt, die Mauer gefallen - jetzt bleibt nur noch: Überleben im ÖPNV.

Öffentlicher Personen-Nah-Verkehr: Das heißt in Obernkirchen: Busfahren.

Bevor ich meine Gedanken ein wenig kreisen lasse, will ich darauf verweisen, daß bereits die Popgruppe "Village People" das Mit- und Gegeneinander im Busverkehr thematisiert hat. "ÖPNV" heißt die Hymne aus dem Jahr 1978, und sie geht so (IHRDADRAUSSEN dürft euch an dieser Stelle aussuchen, in welchem "Village-People"-Kostüm ich euch das Folgende vorsinge - blutjunge Wienermädchen lassen sich von ihren Eltern erklären, worum es geht):

Young man, there´s no need to feel down
I said, young man, pick yourself off the ground
I said, young man, ´cause your in a new town
There´s no need to be unhappy.
Young man, there´s a place you can go
I said, young man, when you´re short on your dough
You can stay there and I´m sure you will find
Many ways to have a good time.

(Und jetzt alle:)

It´s fun to stay at the ÖPNV
It´s fun to stay at the ÖPNVau-Hau
They have everything for young men to enjoy
You can hang out with all the boys.

(Danke, Lieblingsporschegirl!)

Wenn man, wie ich, todesmutig fast ein Jahr lang geÖPNVt hat - i.e.: ein Jahr ohne Auto erlebt hat -, kommt einem eigentlich ein etwas aktuellerer Poptitel in den Sinn, undzwar leicht abgewandelt: Sing when you´re losing. (Danke, Robbie!)


DIE MITFAHRER

...warum denn "when you´re losing"? Nun, die Mitfahrer lassen sich in drei Gruppen unterteilen, die eines gemein haben: Sie gelten dieser Gesellschaft als Verlierer, ihre Mobilität (und leider auch manches andere) betreffend.

Ad eins: Schulkinder. Wenn ich an der Haltestelle "Gaststätte Lücking" (200 Meter vor meiner Haustür, eines der großen Mysterien übrigens, die ich bislang noch nicht geknackt habe, diese Spelunkenkaschemme, ich bin sicher, dass da mindestens Gebrauchtwagen verschoben werden - vielleicht traue ich mich irgendwann mal für EUCHDADRAUSSEN rein) den Siebenuhrsiebener nehme, ist der Bus schon dreiviertelvoll, weil er vorher die Schüler aus dem Auetal weggefischt hat. Auf den etwa dreißig Minuten zum Bahnhof Bückeburg wird es dann in Obernkirchen/City (hört auf zu lachen, IHRDADRAUSSEN) und Gelldorf (which happens to be mein Geburtsdorf) rappelvoll. Ich weiß, wie sich morgens um sieben ein Hamburger Bus anhört/-fühlt und bin immer noch erstaunt über den Unterschied. Schmalspurethnologen wie ich verzeichnen †deutlich weniger a) Prügeleien, b) Schreiereien, c) Ingo-Appelt-Wörter, die mit "F" anfangen. Ich bin um die Uhrzeit natürlich noch nicht wach, und das führt zu merkwürdigen Effekten. Wenn die Kiddies sich über Lehrer oder Schulaufgaben unterhalten, fühle ich mich im Dämmer so halb in meine eigene Schulzeit versetzt.

Ad zwei: Türkische Frauen in mittlerem Alter. Wenn man die Sozialstruktur türkischer Familien kennt, macht das Sinn. Die Männer haben Autos (und lassen die Frau nicht mitfahren, weil sie türkisch ticken), die Kinder haben Autos (und lassen die Mutter nicht mitfahren, weil sie deutsch ticken). Also schnüren die Frauen ihre Ränzel und jökeln zum Wochenmarkt, von wo sie mittags schwerbepackt zurückkommen. Wenn genug Platz ist, setzen sich türkische Frauen übrigens immer in die zweite Reihe, auf der Nicht-Fahrer-Seite. Jugendliche setzen sich immer nach hinten, und ich sitze immer in der Mitte auf der Fahrerseite. (Haben wir ein paar Hobbypsychologen unter EUCHDADRAUSSEN? Ich schicke auch gerne eine Skizze rum.)

Ad drei: Echte Verlierer. Leichtbehinderte Senioren, Dropouts, Alkoholiker (die drücken sich ohnehin so in die Ecken, dass sie so wenig wie möglich beachtet werden). Vor allem die Dropouts sind ein ziemlich interessanter Club: Die sind am ehesten mit den schwachsinnigen Knechten vergleichbar, die das Dorf früher im besten Fall irgendwie mit durchgeschleppt hat. Sehr niedriger IQ, †zentimeterdicke Brillengläser, Billigbilligklamotten. Dazu kommt oft eine körperliche Obskurität wie Schielauge, Hinkefuß, Buckel oder so. Wir haben hier in Obernkirchen auch ein paar Leute, die wirklich grotesk verwachsen sind. Die haben zum Beispiel elefantenmenschartige Beulen auf dem Kopf oder an der Wange. Wenn man sie nicht kennt, sieht das ziemlich spooky aus; ich muß dringend mal fragen, wo das herkommt, weil es für ein Städtchen dieser Größe ungewöhnlich ist. Wir reden hier übrigens nicht von dem Ganz Gewöhnlichen Proll (andreas türckensis), wir reden von tatsächlich tragischen Fällen. Lustig ist anders.


DIE FAHRER

Es gibt zwei Gruppen: die EKELALFREDS und die KAIPFLAUMEN.

Die EKELALFREDS fühlen sich persönlich beleidigt, wenn man ein 3,60-Ticket mit einem Zwanzigmarkschein bezahlen will, weil das Wechselgeld "so kompliziert" ist. (Die drücken die Münzen übrigens immer noch aus so einer Münzsäule heraus, so dass sie in eine Mulde klackern. Man kennt diesen Klassemechanismus aus den alten PEZ-Drops-Spendern. Achtung! Diese Bemerkung richtete sich nur an die unter EUCHDADRAUSSEN, die älter sind als 30.) Die EKELALFREDS grüßen nicht und zwingen jeden Schüler, seinen Tornister (sagt man noch so?) auf dem Rücken zu tragen, während er den Gang entlangtrottet. Hintergrund: Wenn er ihn in der Hand hielte, könnte er irgendwo "drankommen und den Lack abkratzen". Mal am Rande, weil ich´s weiter oben vergessen habe: Es gibt nirgends Graffiti oder ungelenk gekritzelte Herzen mit "Maret" drinne, von denen Tropfen traurig wegtropfen, auch zerstochene Polster kennt der Schaumburgbusfahrer nicht, genauso wenig wie Kaugummis in kristalliner Form.

Hey!, Hallo!, jetzt aber schnell zu den KAIPFLAUMEN. Die sind einfach: Wenn in Nienstädt jeden Tag um dieselbe Zeit dieselben Ömmakes zusteigen, flirten sie mit denen, als hätten gerade Gisele Bündchen, die Sängerin von "Briskeby" und Anett Renneberg persönlich die Linie 2026 geentert. Immer witzig, nie platt. Rätselhafterweise enden manche Busse in Bückeburg an der Stadtkirche, während andere bis zum Bahnhof Bückeburg durchfahren. Die KAIPFLAUMEN fragen kurz vor der Stadtkirche die dann meist noch zwei Passagiere (ich & irgendwer), ob sie zum Bahnhof wollen und biegen dann schnell mal ab; versicherungstechnisch ist das, glaube ich, höchst problematisch.


DIE STRECKEN

Das Netzt ist so dünn, dass es überall durchschimmert. Man muß aus dem Busfahren eine Wissenschaft machen (oder hier seit fünfzig Jahren leben und sich damit alle Feinheiten durch trial-and-error er"fahren" haben), um halb"wegs" klug von A nach B zu kommen. (Denkt euch die "" bitte weg, ich habe heute - 1. Mai - zuviel Uraltkabarett im Radio gehört.))

Der Fahrplan: Er wird zwar einmal im Jahr erneuert, die Änderungen aber in dem Heftlein nicht nachgetragen, das man im Bus ohnehin nicht kaufen kann, da es seit Februar 1912 vergriffen ist. Also muß man nach Stadthagen karriolen und hinten links im Gewerbegebiet um einen Fahrplan betteln und sich die Ergänzungen aus internen Dienstplänen kopieren lassen, um sie beizulegen. (Achtung! Publikumsverkehr nur zwischen 10.30 und 10.33 Uhr an Dienstagen, in denen Ally McBeal rote Kostüme trägt. Für Schaltjahre gelten Sonderregelungen. Auch wichtig: Die Busmenschen hinten links im Gewerbegebiet haben seit Jahrzehnten keinen Kunden mehr gesehen und reagieren entsprechend verschreckt. Bitte nur simple Sätze benutzen und deutlich sprechen!)

Zwar verbinden die Buslinien die wichtigsten Dörfer und Städte, aber eine Vernetzung untereinander ist nicht möglich. Wenn von A nach B kein Bus fährt, braucht man nicht darauf zu hoffen, dass man von A nach C und dann weiter nach B fahren kann. Möglichweise wird man allerdings so zum interessanten wissenschaftlichen Fall, wenn in Jahrmillionen einer - nahe der Ortschaft C - eine Leiche findet, in deren Hand ein fotokopierter Fahrplan aus dem Jahr 2001 a. D. steckt.

Die Zeiten: Das Gute vorweg - die Busse von ,,Lücking", die mich zum Bahnhof Bückeburg führen (von wo man übrigens hervorragend überallhin kommt), rollen um 6.06 und 7.07 den Berg runter; das kann sogar ich mir merken. Das Problem: Zurück nach Obernkirchen geht es mit großen Lücken mittags und dann wieder gegen 19 Uhr. Dazwischen ist es mau, danach geht nix mehr. Halt! Es gibt natürlich noch das Omnitax. Nach 19 Uhr kann man für sehr kleines Geld Taxi fahren (fünf statt fünfundzwanzig Mark, die Differenz bezahlt der Landkreis). Man ruft aus dem Zug an und ordert ein Taxi, das einen vom Bahnhof dann nach Hause fährt (wenn man halbwegs in der Nähe wohnt). Das Omnitax fährt in etwa im Halbstundenrhythmus, und gelegentlich muß man es mit ein paar anderen teilen. Groovy, oder? (Habe ich leider erst erfahren, nachdem ich einige Male abends zu Fuß durch die Felder etwa acht Kilometer gelatscht war, was andererseits gut für meine Problemzone...aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.)


DAS FAZIT

Wozu das also alles? Tja, nur in aller Kürze, weil das sowieso kein Mensch glaubt. Nichtautofahren auf dem Land strukturiert den Tag komplett neu, was spannend ist, weil man tausendundeine Routine aufbricht.

Ich bin nämlich so gut wie pleite, seit ich auf dem Lande wohne, weil ich zu viel lebe und zu wenig arbeite; aber dafür bin ich: Zeitmillionär.


Paßt auf euch auf, IHRDADRAUSSEN!


P.S.1: Zwei schöne Fundstellen zum Thema "nicht in der Stadt leben": Der begnadete Tagebuchschreiber James Boswell schreibt am 3.11.1782: "Das Landleben gefällt mir allmählich - das überrascht mich mehr als alles, was mir bisher im Leben zugestoßen ist. Mir geht es sehr gut; ich habe keinen starken Anker wie Du, aber ich segle tapfer vor dem Wind." (Boswell versucht sich am britischen Landleben, "Du" meint einen Freund namens Dempster.)

Dann kommt der Winter, und wir Herzensdörfler ahnen, was passiert.

Eintrag 18.2.1783: "Unzufrieden mit der provinziellen Atmosphäre hier, ständige Sehnsucht nach einem Leben der Prominenz in London." Ha! "Prominenz"!!!, dieses Weichei. - Von der "sanften Idiotie des Landlebens" spricht dagegen Karl Marx an irgendeiner Stelle seines Werks (weiß leider nicht wo, habe das Zitat auch nur geräubert) und liegt - wie auch mit gewissen politischen Beobachtungen - so falsch nicht.

Das "Journal" von James Boswell, der liebenswürdig bleibt selbst in seiner Eitelkeit, ist bei Reclam erschienen und ein ideales U-Bahn-und-Bus-Büchlein. Äußerst unliebenswürdig in seiner unermeßlich großen Eitelkeit präsentiert sich dagegen Walther "Leisler" Kiep in seinem Tagebuchbuch ("Was bleibt ist große Zuversicht"), das er unglücklicherweise ein paar Wochen vor Losbrechen DER AFFÄRE veröffentlichen ließ. Eine Kapitelüberschrift heißt tatsächlich "Alltag in Lower Saxony", und einer meiner zahlreichen Lieblingseinträge geht so: "Der Stab ist vom "Spiegel"-Artikel von Hermann Schreiber über mich sehr entsetzt! (Tenor: "Kiep ist Synonym mit Coup.") Radunski stimmt mir zu, daß dies aber auch ein Zeichen dafür ist, daß meine Rolle, meine Politik und meine Anziehungskraft auf liberale Wähler offensichtlich vom "Spiegel" ernstgenommen wird und daß man mit diesem Artikel mit der Person im Grunde die Politik diskreditieren will (12. Februar 1975)." So tantchenhaft und großsprecherisch zugleich reagieren also Politiker auf das, was über sie geschrieben wird... Aber das gehört hier eigentlich nicht her, W. "L." K. steht für das Prinzip "Stadt" und darf deshalb leiderleider nicht weiter mitmachen.

P.S.2: IHRDADRAUSSEN kennt doch alle die Blumento-Pferde, die eigentlich nichts anderes sind als: Blumentopf-Erde? ich habe die letzten drei Trenn- oder Lesefehler gesammelt, die mir unterlaufen sind, weil ich träge auf meiner Lieblingslesestelle rumlag (Feld mit Wesreblick und wunderschöönen Bäumen).

Die Grünen haben in die Überschrift zu einer Pressemeldung das Wort "Nahtoderfahrung" reingeschrieben, das meine Gehirnzellen als "Naht-Oder-Fahrung" auswerteten. Was, zum Teufel läßt niedersächsische Grüne an der Naht zur Oder rumfahren? Was ist überhaupt die "Naht der Oder" ?

Die Kollegen vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium haben dagegen kürzlich in einer Überschrift ein "Stallbaumoratorium" angekündigt, das bei mir als "Stallbaum-Oratorium" ankam. Tja, so ein Oratorium hat die Landwirtschaft bekanntlich schon lange verdient (vielleicht eher ´ne Messe?), aber warum muß es unter einem Stallbaum abgehalten werden?

Der Hauptpreis geht aber an eine Trennung: In der Frankfurter Rundschau las ich von "Reis- etagebüchern". Hmmm, Etagebücher...und dann noch aus Reis....

P.S.3: Wo´s gerade paßt: Das schiefschönste Bild verdanke ich der taz, die über das Emssperrwerk schrub...äh...schrieb, während ich auf die Weser blickte: "Erst hat man der Ems Daumenschrauben verpaßt, jetzt folgt der ökologische Todesstoß". R.I.P., Ems! Lang lebe die taz!

P.S.4: Helene Rotenstein ist 101 Jahre alt", verrät mir die "Schaumburger Nachrichten". ´ne Menge Leben! Aber bitte lest selbst:

Helene Rotenstein ist 101 Jahre alt.
HELPSEN. "Ich kann nicht mehr so gut hören, und das Gedächtnis ist auch nicht mehr so gut, ich vergesse viel", sagt Helene Rotenberg [sic!], aber ansonsten sei sie noch ganz fit. Im Rollstuhl sitze sie auch nur, weil sie nicht mehr so gut laufen könne. "Man muss das Leben nehmen, so wie es kommt", ist ihre Philosophie. Helene Rotenstein ist 101 Jahre alt geworden. Sie feiert heute diesen seltenen Geburtstag im Kreisaltenheim in Helpsen.
Die sonst so fröhliche Art der 101-Jährigen ist derzeit etwas getrübt. Sie hat Heimweh nach ihrem Enkelkind. Alle Verwandten sind gestorben, selbst ihre drei Kinder aus der Ehe mit dem Bergmann Wilhelm Rotenberg [wieder sic!]. Eine einzige enge Beziehung hatte die Jubilarin nur noch zu ihrem Enkel Adelbert Nowak. Dieser ist jedoch vor einem halben Jahr in die polnische Heimat von Helene Rotenstein zurückgekehrt. Dort hat Nowak eine neue Arbeitsstelle gefunden. Daher hat er jetzt nur noch selten Kontakt zur Oma in Helpsen.
Mit 14 Jahren kam Helene Rotenstein aus Polen nach Deutschland. Eine Schule hat sie nie besucht, aber trotzdem viel gelernt. Das Leben war ihr Lehrmeister, die Arbeit war hart und stand stets im Mittelpunkt der kräftigen Frau, die zupacken konnte. Sie hat nie resigniert und ist auch heute noch ein sehr ruhiger Typ. Seit etwas mehr als einem Jahr wohnt die rüstige Frau im Altenheim, nachdem sie in Katrinhagen und Stadthagen gelebt hat. Helene Rotenstein hat eine 100-jährige Epoche erlebt: vom Kaiserreich über die Diktatur bis hin zum Computerzeitalter. Hätte sie ein besseres Gedächtnis, dann könnte sie eine Menge aus ihrem Leben erzählen.

Ich fasse zusammen: Hört nichts mehr, vergißt alles, sitzt im Rollstuhl, fast alle Verwandten tot, der einzige Überlebende (Enkel Adalbert) will nix von ihr wissen. Tja, sonderlich viel Tröstliches konnte der Kollege also nicht reinschreiben in seinen Artikel. So, und NUR so, erklärt sich dann auch wohl der Schlußsatz, der in seiner Lakoinischigkeit (ein Königreich für das Substantiv - ...ie? ik?) und Lebensklugheit zu den schönsten zählt, seit es Schlußsätze gibt.

P.S.5: Wenn Norddeutsche zu Brasilianern werden... Die "Schaumburger Nachrichten" kündigen das so an:

"Cocktail-Night" zum 1. Mai
cocktail night
BAD NENNDORF. Im "Locomotive" wird der Mai mit einem gemütlich-romantischen Cocktailabend begrüßt. Am Montag, 30. April, steigt um 20 Uhr die "Caribian cocktail Night" im eigens dafür dekorierten Café. Das "Raphael & Alejandro Duo" sorgt mit Klavier und Gesang bei ruhigen Balladen, souligen Popsongs und Jazzkompositionen für Stimmung. Karten gibt es im "Locomotive". Es wird um entsprechende Garderobe gebeten. Party-Stimmung gibt es heute, Sonnabend, in der Bad Nenndorfer Kneipe. Von 20 Uhr an steigt dort die "Nacht der Sponsoren" mit DJ Daniel. Für die Gäste gibt es nicht nur besondere Getränke, sondern es wird auch eine Reise in das Euro-Disney-Land für zwei Personen verlost.

Im Schnelldurchlauf die Hailaits: "gemütlich-romantischer Cocktailabend", der Ausdruck "eigens dafür dekoriertes Cafe" im gekonnten Zusammenspiel mit der Aussagekraft des beigestellten Fotos, "entsprechende Garderobe" (Obernkirchener mit Federbusch im Hosenbund?). Sehr gern verpaßt hat der Schreiber dieser Zeilen natürlich auch "Die Nacht der Sponsoren".

P.S.6: Meine Lieblingsgrafik des Monats verdanke ich einem Handyhersteller (wem sonst?). Die Dinger gibt es übrigens auf dem Dorf even häufiger als in der Stadt. Danke, Nokia!

paket gegen leitung

P.S.7: Die Tagesschaunachrichtenvorleserin und Talkshowtrutsche Eva Herman hat einen Roman geschrieben, der "Du bist da" heißt und von der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" in Fortsetzung weggedruckt wird. Das folgende Zitat schenke ich EUCHDADRAUSSEN unkommentiert und in der Original-Zeilenstellung:

"Wieder also saß ich vor seiner Telefonnummer und eierte rum.

Neulich Abend hatte ich es natürlich nicht mehr gewagt, ihn anzurufen.

Er war immerhin Gewerkschaftsboß.

So einem telefoniert man als anständige Frau nicht einfach hinterher."

P.S.8: www.thesmokinggun.com dokumentiert die Bittschreiben, mit denen US-Talkshows versucht haben, ein Interview mit Ted Kaczinsky, also known as Der Zivilisationsmüde Unabomber, zu bekommen. Ekler geht´s nicht.

In der nächsten Lieferung:
Wie ich das Frühstücksproblem löste
oder:
Der große Städtevergleich: Obernkirchen-London (dazu muß ich noch wen überreden) jedenfalls wieder nicht:
Perfezione inogni dettaglio


arne boecker auf dem sofa
obernkirchen chronicles. 
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