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Alexx

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Über Alexx, ein Männermagazin, gibt es nichts zu sagen. Ich erwähne es nur, weil ich den Verleger, Gründer und Chefredakteur kenne - Walter D. [1], Ex-Mann meiner Ex-Chefredakteurin Ulla H., die jetzt Chefredakteurin von Cosmo ist. Der Mann hat mal in Wien bei Täglich Alles gearbeitet, als stellvertretender Chefredakteur, ein Vierteljahr lang, bis Falk auch ihn in den Nervenzusammenbruch getrieben hat.
Eine Woche nach seinem Dienstantritt rief er mich bei Amica an. Ob ich ihm helfen könne, ich sei doch Wiener.
Ja klar, sagte ich, aber du sitzst doch sowieso in Wien.
Die sind hier aber alle so deppert, sagte er, die kriegen nichts auf die Reihe.
Na gut, Walter, was kann ich für dich tun?
Sie hatten mitbekommen, daß Klestil (der Bundespräsident) ins Krankenhaus eingeliefert worden war und wollten herausfinden, ob er, wie sie vermuteten, Aids hatte. Und das sollte ich jetzt verifizieren, von meinem Schreibtisch in der Hamburger Milchstraße aus.
Äh, wie stellst du dir das vor, Walter?
Er gab mir zwei Telefonnummern, eine vom Präsi-
dentensprecher, ich glaube, er hieß Nußbaumer, und die andere von der Intensivabteilung, in der Klestil lag. Da sollte ich anrufen und herausfinden, ob der Präsident Aids hatte. Ganz unverfänglich natürlich.
Tat ich dann auch. Hallo, hier Praschl, Redaktion Amica, Hamburg, habe gehört, der Präsident...
Amica?
Eine Frauenzeitschrift...
Das Gespräch war recht schnell zu Ende. Ich aber eine schöne Erfahrung reicher: ganz knapp am Enthüllungsjournalismus vorbei. Wenn ich mich recht erinnere, hat dann Täglich Alles doch mit dem Aids-Verdacht aufgemacht. Mit Fragezeichen: Aids?
Klestil hatte eine Lungenentzündung. Und Walter D macht heute ein Männermagazin namens Alexx.

Peter Praschl


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