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Benn und
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Neulich bin ich in Benns autobiografischen Schriften auf die Bemerkung
gestoßen, jeder Dichter brächte im Laufe seines Lebens nur
sechs bis acht gute, er meint damit: haltbare Gedichte zuwege. - Auf sein
eigenes Frühwerk bezogen, hat er recht behalten [1]
- wenig dabei, was heute nicht befremdend mißlungen wirkt: Sehr interessant allerdings ist Benns Pornografie immer wieder, urzeitlich riechende Schöße, Frauen, die den armen Doktor mit ihrem kreatürlichen Sosein umzingeln, kaum kommt er mal aus der Pathologie raus und geht unter die Menschen.
Zwei Beispiele: Wir bringen das mal auf den stofflichen Gehalt, rein experimentell: Kaum nimmt Benn ein öffentliches Verkehrsmittel, wittert seine Nase ganz bestimmte Gerüche: den Duft der Frau, und wir reden hier nicht von Chanel No.5 [3]. Und sofort wird die synästhetische Phantasiemaschine in Gang gesetzt, und er stellt sich vor, wo der Strumpf endet, im Dunkel, wo das laue Geblühe stattfindet, wo die fremden Feuchtigkeiten steigen, wo das Meer-Blut wogt, was da lebt unter den Kleidern. Das hat uns in der Schule niemand über Benn erzählt, und ein wenig schockiert es schon, sich den guten Doktor vorstellen zu müssen, wie er in der U-Bahn steht und Muschis schnuppert zur Inspiration für ein neues Gedicht Peter Praschl
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