I. Orgasmus durch Hypnose
Die meisten von sind daran gewöhnt, daß intensive Orgasmen nur
von den Genitalien ausgehen. Durch Hypnose kann man dem Partner aber
suggerieren, daß sein Lustzentrum beispielsweise in der Zunge sitzt,
so daß er durch bloßes Küssen Orgasmen empfindet.
Dasselbe kann man natürlich auch für Fingerspitzen,
Ohrläppchen, Achselhöhlen, Zehen oder sogar die Haare erreichen.
Hier sind einige hypnotische Befehle, die sich in der Praxis bewährt
haben. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Männer haben bei
Hypnose-Höhepunkten weder eine Erektion noch eine Ejakulation, sondern
empfinden bloß die Sensationen von Lust und Orgasmus.
Orgasmus: "Die Lust ist jetzt sehr groß... und nähert sich
immer mehr dem Orgasmus... fühl ihn! ... JETZT!"
Multiple Orgasmen: "Und während Du Dich entspannst, entspannst Du Dich
nur ein klein wenig, denn gleich kehrt die Lust wieder zurück und wird
stärker und stärker, und Du wirst noch einen Orgasmus haben und
danach noch einen und immer mehr."
Ganzkörperorgasmen: "Während Du Orgasmen empfindest, wird Dein
Lustzentrum über Deinen Körper wandern...und Du wirst einen
Orgasmus haben, wo immer du Dich berührst, oder am ganzen Körper,
an allen Punkten gleichzeitig...wie Du willst."
Der amerikanische Hypnotiseur David Brager über suggerierte Orgasmen.
II. Orgasmus durch Konzentration
Annie, die Leiterin, sagte, es ginge um die Technik, sexuelle Ekstase
einzig und allein durch Konzentration zu erreichen - also ohne sich selbst
berühren zu müssen. Für mich hörte sich das an wie die
New Age-Version eines Old-Age-Verbotes: Faß dich da unten nicht an.
"Wieso soll ich das überhaupt wollen?" fragte ich Annie: "Hört
sich erstens nach viel Arbeit an, und zweitens berühre ich mich
außerordentlich gerne." Die Antwort darauf blieb sie mir schuldig.
Annie legte mit ihrer Demonstration los. Sie führte die sogenannte
Feueratem-Technik vor, die angeblich von irgendwelchen Indianern erfunden
worden war. Am Rücken liegend saugte Annie Luft ein und blies sie
wieder aus. Dabei stellte sie sich vor, ihr Atem sei ein Feuerbogen, der
von ihrer Nase zu den Genitalien und wieder zurück zu ihrem Mund
zirkulierte. Nach einigen Minuten verzog sich ihr Gesicht und verkrampfte
sich ihr Körper. Sie hatte einen Orgasmus gehabt. Oder tat sie etwa
bloß so?
Nachdem wir ihr alle das nachgemacht hatten, behaupteten drei Frauen, sie
wären gekommen. Vielleicht hatten sie auch bloß
hyperventiliert. Ein paar andere berichteten, sie wären knapp davor
gewesen. Ich selbst hatte noch nicht einmal leicht erhöhten
Pulsschlag empfunden.
Zuhause in der Badewanne versuchte ich es noch einmal und beherzigte alles,
was Annie empfohlen hatte. Ich sorgte für erotische Stimmung und
stellte mir alles mögliche Unzüchtige vor, währenddessen ich
drauflos atmete und gleichzeitig meine Beckenmuskeln kontrahierte.
Irgendwann war das Bedürfnis nach einem Orgasmus so stark, daß
ich mich nicht mehr beherrschen konnte und mich anfaßte. Gute alte
Handarbeit also. Sekunden später kam ich. Ich hatte versagt.
"Wie schafft man es bloß, sich nicht anzufassen, wenn man knapp davor
ist, zu kommen?" fragte ich die Expertinnen.
Die meisten behaupteten, sie kämen nicht einmal in Versuchung. Sie
verlangten allen Ernstes von mir, disziplinierter zu werden und mich
stärker auf den Orgasmus zu konzentrieren. "Stell dir doch vor, du
verbrennst dir die Finger, wenn du dich anfaßt", sagte eine. Sie kam
mir vor wie eine dieser neumodischen Mütter, die im Kreißsaal
kategorisch alle Schmerzmittel ablehnen und ihre Babys auch bei
Brustwarzenentzündung unverdrossen weiterstillen. Ich dagegen
bettelte nach Erleichterung. Ich war eine Verliererin.
Die US-Autorin Susan Carin Bakos über die Teilnahme an einem Workshop,
in dem der No Touch-Orgasmus gelehrt wird.
III. Orgasmus durch Gähnen
Ein Medikament zur Linderung von Depressionen scheint bei einigen Patienten
eine bemerkenswerte Nebenwirkung zu haben: Wenn sie gähnen, wird
ein Orgasmus ausgelöst.
Der Gähngasmus-Effekt trägt zweifelsohne zu den
depressionslindernden Eigenschaften der Droge Clomipramin bei, die von Ciba
Pharmaceuticals unter dem Markennamen Anafranil vermarktet wird.
Eine Teilnehmerin an einer kanadischen Studie über die
ungewöhnliche Nebenwirkung des Medikamentes fragte, "wie lange es ihr
erlaubt wäre, das Medikament zu nehmen", berichteten die Forscher.
"Sie bot sich euphorisch für eine Langzeitstudie an", so die
Wissenschaftler.
Ein verheirateter Mann Mitte 20 fand die Nebenwirkung zwar "lästig",
aber löste sein Problem, indem er permanent ein Kondom trug.
Mit trockenen Understatement, wie es in der medizinischen Literatur selten
ist, stellten die Forscher fest, die Nebenwirkung könne
möglicherweise "die Mitwirkung des Patienten an seinem
Heilungsprozeß" fördern.
Doch ehe Sie nun versuchen, an das Wundermedikament zu kommen, sollten Sie
vielleicht wissen, daß 42 Prozent der Männer, die es nahmen,
keinen Gähngasmus hatten - und weitere 20 Prozent davon sogar impotent
wurden.
Aus einem Bericht der Washington Post, 1995
IV. Orgasmus durch Gehirnschaden
Eine Frau, die auf Grund eines seltenen medizinischen Problems an
unerwünschten Orgasmen litt, könnte zum Verständnis der
Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Lust
beitragen.
Während weibliche Orgasmen von einer verhältnismäßig
jungen Gehirnregion ausgelöst werden, funktionieren männliche
Höhepunkte viel primitiver, belegt der Fall einer 44jährigen
Frau, der im dieswöchigen "Lancet" dokumentiert wurde.
Die Patientin litt an Orgasmen, die ohne äußere Stimulation und
ohne jede Vorwarnung auftraten. Einige Male war die Frau im Auto
unterwegs, als sie von Gefühlen überwältigt wurde, die
ununterscheidbar jenen eines Orgasmus glichen.
Die bis zu einer Minute dauernden Episoden traten etwa im
Zweiwochenrhythmus auf und quälten die Patientin insgesamt drei Jahre
lang, ehe sie endlich den Mut fand, sich einem Arzt anzuvertrauen.
"Die Sensationen hatten keinen eindeutigen Auslöser und waren weder
angenehm noch befriedigend, weil sie völlig der Kontrolle der
Patientin entzogen waren", sagen die Doktoren, die den Fall dokumentiert
haben.
Erst als sie zusammen mit ihrer Schwester ein Hörspiel im Radio
anhörte und es dabei zu einem Orgasmus kam, nach dem sie sogar
bewußtlos wurde, wandte die Unglückliche sich an das Allgemeine
Krankenhaus in Edinburgh.
Eine Gehirnuntersuchung ergab eine Anomalie im rechten
Schläfenlappen. Dort war es aufgrund einer leichten Gehirnblutung zu
einer Deformation der Venen gekommen. Die nachfolgende Vernarbung
löste vermutlich epilepsieähnliche Anfälle aus, die zu den
Orgasmen führte. Während schon lange bekannt ist, daß
sexuelle Aktivität Anfälle auslösen kann, ist der umgekehrte
Fall nur selten beobachtet und erst in jüngster Zeit beschrieben
worden. Dr. Reading, der behandelnde Neurologe, gibt an, daß nur 20
vergleichbare Fälle bekannt seien, die alle Frauen mit
Anomalien in derselben Gehirnregion beträfen.
Reading schließt daraus, daß bei Frauen der Sitz orgasmischer
Aktivität im rechten Schläfenlappen sitzt. Bei Männern
dagegen kommt es nur dann zu unerwünschten Orgasmen, wenn Vernarbungen
in der entwicklungsgeschichtlich weit älteren Region des Hypothalamus
existieren.
Reading: "Hypothalamus-Lesionen bei Männern haben zu vergleichbaren
Effekten geführt, was darauf deutet, daß männliche Orgasmen
etwas weitaus Primitiveres sind als weibliche. Es handelt sich im ein
weiteres Beispiel für die Unterschiede zwischen Männern und
Frauen."
Aus einem Bericht des Scotsman, 13. 12. 1997
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